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von: bahnindianer
Mitglied seit: 23.10.2009
eingestellte Projekte: 2
Einstelldatum: 25.10.2009
Größe: 660 cm x 66 cm
Höhe: 50 cm
Version 1.0
8671 x angesehen
Modellbahn:
  • Schmalspurbahn
Modellbahn Epochen:
  • III b (1956 - 1968)
Modellbahn Spurweiten:
  • Andere

Feldbahn im Moor

Beschreibung/Bemerkungen zum Projekt

2f-Feldbahn nach den Richtlinien für Domino-Module Nachdem ich Freunden beim Bau einer Schmalspur-Segmentanlage im Maßstab 1:22,5 geholfen habe, hat mich der Bazillus Spur 2 nicht mehr losgelassen. Aber die Meterspur war nicht so mein Ding. Also was tun? „Buntbahner“, das war das Zauberwort. Dieses Forum hatte die Lösung für mich. Eine Feldbahn in 2f mit 26,7 mm Spurweite sollte es werden. Kleine Radien, kurze Züge und minimale Gleisanlagen sind bei Feldbahnen die Regel und somit der Idealfall für einen Nachbau im großen Maßstab. Jede Bahn braucht auch ein Vorbild oder zumindest etwas woran man sich orientieren kann. Während eines Urlaubs in Norddeutschland waren mein Sohn und ich in Wiesmoor über eine kleine Feldbahn gestolpert deren Abbaugebiet weit ab von den bescheidenen Verarbeitungsanlagen war. Auf dem Firmengelände am Ortseingang gab es nur sehr wenige Gleise und einen kleinen Lokschuppen. Torf aus dem Moor wurde hier gemahlen und angereichert um dann in die üblichen Torfballen gepresst oder in Plastiksäcken abgepackt zu werden. „Attraktion“ des Betriebs war eine Sturzbühne über die die vollen Torfloren direkt in LKW entladen wurden. Ein Vorbild das es mit den üblichen Kompromissen umzusetzen galt. Die Planung habe ich im Maßstab 1:1 der Baugröße 2f am PC vorgenommen. Folgende Vorgaben standen in unserem Pflichtenheft: kleinster Bogenhalbmesser 440 mm, Weichenwinkel 15 Grad bei einem Abzweigradius von 400 mm. Die fertigen Pläne habe ich bei einem Reprostudio ausplotten lassen und konnte diese direkt zum Gleisbau verwenden. Die Module bestehen aus jeweils zwei trennbaren 66 x 66 cm großen Kästen. Die Seitenteile sind aus 16 mm Spanplatten, die Deckplatte aus 4 mm Sperrholz. Versteift wird das Ganze durch mehrere Querspannten. Die zukünftige Elektrik wird durch den Einsatz einer Fernsteuerung und der Stromversorgung mit Akkus in den Triebfahrzeugen recht einfach. Tests haben ergeben, dass eine Lokomotive ca. 4 bis 6 Stunden mit einer Akkuladung fahren kann. Das müsste für einen Ausstellungsbetrieb oder das heimische Spiel voll und ganz ausreichen. Um uns die Arbeit beim Verlegen der Gleise etwas zu vereinfachen hat mein Sohn Benedikt eine Bohrlehre gebaut. Meine Schwellen säge ich aus 4-Kantleisten (5 x 7 mm) in der Länge von 52 mm ab. Danach wird jede Schwelle in die Bohrlehre gesteckt und mit vier Bohrungen von 0,5 mm versehen. Die Spurweite von 26,7 mm ergibt sich automatisch wenn die Gleise mit Schwellennägel und Spur-0-Gleisprofilen von Old Pullman gebaut werden. Für Kurven ist eine Spurerweiterung von 0,1 mm vorgesehen, was sich als nicht unbedingt notwendig herausstellte. Angefangen habe ich mit den Modulen 5 und 4. Die in einem Reprostudio ausgeplotteten Originalpläne habe ich auf die Grundplatte geklebt und darauf mit Holzleim die einzelnen Schwellen geleimt. Noch vor dem nageln der ebenfalls rostigen Schienenprofile wurden diese gebeizt und „verwittert“. Blickfang auf dem Modul 5 ist eine offene Feldscheune. Bauer Petersen hat darin einen Teil seiner landwirtschaftlichen Geräte untergestellt. Auf einer Galerie rechts und links der Halle werden Maiskolben und so allerhand Kram aufbewahrt. Die Scheune entstand nach vorheriger Konstruktion am heimischen Rechner komplett aus Holzleisten im Eigenbau. Noch fehlt das Dach, die Nachbildung der Elektroinstallation und die Aufstiege zu den Galerien aber das kommt bestimmt bald nach. Was ebenfalls noch fehlt sind die zahllosen Verschraubungen unter den einzelnen Balken. Schraubenimitate mit den entsprechenden Unterlagscheiben habe ich inzwischen im Programm der Firma „Grandt Line Products“ aus den USA gefunden Die Standfläche unserer Feldscheune sollte aus Betonplatten (ca. 2,5 x 2,5 m Originalgröße) bestehen. Durch die offene Bauweise, dem nicht sehr tragfähigen Untergrund und der Last der einzustellenden Gerätschaften sind die einzelnen Platten in Natura stark im Mitleidenschaft gezogen. Der Boden wurde mit selbst gegossenen Gipsplatten hergestellt. Dem Gips habe ich bereits beim Guss etwas braune und schwarze Puderbeize zugesetzt. Nach dem Aushärten wurden die einzelnen „Betonplatten“ aufgeklebt und mit Flüssigbeize weiter abgetönt. Um den Platten Stabilität zu verleihen habe ich handelsübliches Kunststoffgewebe, wie es die Trockenbauer zum spachteln von Gipskartonplatten benutzen, in die gegossenen noch flüssigen Plattenrohlinge eingelegt. Bricht dann eine Platte beim ausformen ist der Riss sichtbar aber die Platte zerfällt nicht gleich. Risse ist ja das was wir haben wollten. Da aber nicht genug Platten zerbrochen sind wurden noch weitere Risse in die Betonplatten eingearbeitet. Innerhalb von etwa drei Monaten war das Modul 5 durchgestaltet und konnte als fertig angesehen werden. Bis heute hat sich diese Ansicht ziemlich geändert. Es gibt inzwischen so viele neue Produkte die eine bessere Ausgestaltung zulassen und wie üblich ist das Bessere des Guten Feind. Naja, irgendwann demnächst einmal. Inzwischen habe ich auch schon etliche Pflanzenarten als Ätzvorlagen gezeichnet. Ich müsste mal beim Lohnätzer vorbei.. Modul 4 war als nächstes dran. Die ersten Weichen waren an der Reihe. Das Modul ist mit den Gleisen versehen aber die Landschaft ist noch nicht ausgestaltet. Auf der einen Seite der Gleise entsteht ein kleiner Schrebergarten der mit geflochtenem Maschendraht in 1:22,5 eingefasst werden soll. Auf der anderen Seite des Schienenstrangs befindet sich gerade noch sichtbar eine Ecke des Gartens der Direktorenvilla in der der Torfstichunternehmer lebt. Da sich der Bau der Modulanlage nicht kontinuierlich vollzieht haben wir in den letzten 3 Jahren an ca. 90 Arbeitstagen an der Anlage, Gebäuden oder Fahrzeugen gebaut. Eine ausführliche Baubeschreibung finden Sie auf meiner Homepage www.bahnindianers-basteleien.de

Projekt erbaut mit folgendem Material/Baubeschreibung

Unter der Verwendung von Spur-0-Gleisprofilen und Schienennägel aus dem Hause Old Pullmann in der Schweiz entsteht eine Modulanlage einer Norddeutschen Torfbahn im Baumaßstab 1:22,5. Die Vorbildspurweite beträgt umgerechnet 26,7 mm und erfordert damit den kompletten Selbstbau der Gleisanlagen. Auch die einzusetzenden Fahrzeuge werden selbst gebaut. Lediglich für Kipploren gab es im Rahmen einer Selbstbauaktion des Buntbahner-Forums von Altmeister Thomas Heil einen sehr aufwendigen Ätzteilesatz. Und wenn schon alles in Eigenregie entsteht bauen wir auch gleich noch alle Gebäude selbst. Der Antrieb der Fahrzeuge wird mit Akkus und Funkfernsteuerung bewerkstelligt. Ein Konzept dem viele Buntbahner folgen.
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