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von: Bibi
Mitglied seit: 14.10.2009
eingestellte Projekte: 1
Einstelldatum: 30.09.2009
Größe: 400 cm x 300 cm
Höhe: 65 cm
Version 1.0
24710 x angesehen
Modellbahn:
  • Land
Modellbahn Epochen:
  • V (1990 - 2004)
Modellbahn Spurweiten:
  • H0

Jede freie Minute

Beschreibung/Bemerkungen zum Projekt

Hallo, liebe Mymocom-Freunde, höchste Zeit für ein Lebenszeichen von mir und vor allem von meiner Anlage. Mit 76 wird manche Arbeit schwieriger, die Arbeitspausen werden länger und ich habe mich daher mehr auf Details konzentriert; mit Fotos über einzelne Bauabschnitte. Auf den ersten Blick ist also nicht viel Spektakuläres geschehen. Außerdem hatte ich technische Probleme (mit den Heki-Modulen). Aber seit einem Jahr funktioniert wieder alles. Trotzdem Fotos und Hinweise auf meine Arbeit in den vergangenen Jahren: Mauern wurden neu errichtet und Felswände wurden ergänzt bzw. neugestaltet; zu Felsen: mit Noch-Felsen und Noch-Spachtelmasse – dreifärbig patiniert, erzielt man immer wirkungsvollere Felsvarianten. Der Fluss fließt weiter ruhig dahin. In klaren Tümpeln tummeln sich Fische (leider fotografisch nicht sichtbar zu machen). Dazu ein Tipp: Vor dem Gießen des Modellwassers Flussboden mit Graskleber (Noch) einstreichen und „groben Kümmel“ hineinstreuen. Achtung, Fische bitte gegen die Strömung ausrichten. Ich habe versucht, den Fluss auch bei „tiefstehender Morgensonne zu fotografieren; die Felsen treten dann stärker hervor und erzeugen eine „eigene, plastische“ Wirkung. Zwei Quellwässer entspringen aus zwei Schluchten und vereinigen sich unter dem Viadukt zu einem klaren Gebirgsbach (Hemingway hätte seine helle Freude an dieser Stelle zum Fliegenfischen gehabt)! Und zuletzt das größere Projekt, (teilweise bis auf Landschaftsgestaltung fertig) war die Schmalspurbahn, die sich vom Hauptbahnhof (sogar mit Bahnsteigen) über Brücken, Viadukte und Tunnels, ähnlich der Albulabahn - in die Bergregion schlängelt und im Betriebsbahnhof Ybbsitz endet. Ihr entdeckt sicherlich noch weitere Details. Viel Spaß beim Betrachten. Es grüßt Euch herzlich aus Österreich Bibi Ursprüngliche Anlagenbeschreibung: Als vor einigen Jahren im Haus ein ca. 25 m² großer Raum frei wurde, entschlossen sich meine beiden Söhne und ich spontan zum Bau einer neuen Modellbahnanlage. Nach eingehender Streckenplanung wurde der Anlagenunterbau in offener Rahmenbauweise errichtet. Die Hauptstrecke wurde nach dem Hundeknochen-Prinzip gebaut. Ausgangs- bzw. Endpunkt der Züge ist ein automatisch gesteuerter Schattenbahnhof mit sechs Durchgangsgleisen. Die Schienen erreichen über eine Gleiswendel die eigentliche Betrachterebene als doppelgleisige, etwa 6 m lange Paradestrecke mit Oberleitung. Die digital gesteuerten Züge verkehren im Blockbetrieb vollautomatisch. Ein spielerischer Höhepunkt ist die sichtbare Einbindung einer - von einem viergleisigen Bahnhof ausgehenden - Nebenstrecke, von der aus händisch gesteuerte Zugsgarnituren in die Paradestrecke ein- und ausgefädelt werden können. Nach der etwa ein Jahr dauernden Bewältigung der technischen Steuerungsprobleme fuhren die Züge endlich nach Wunsch, und wir konnten uns unserem Lieblingsthema, der Landschaftsgestaltung, zuwenden. Dazu gab es jede Menge Angebote, und wir entschlossen uns nach eingehender Informationsphase im wesentlichen für das Produktsortiment der Wangener Modelllandschafts-Architekten. Nachdem die Strecken im wesentlichen durch eine Mittelgebirgslandschaft führen, waren zunächst Berge und Hügel zu bauen. Mit Geländedrahtpapier wurde die Landschaft grob vorgeformt, anschließend mit Felsspachtel Sandstein fertig gestaltet. Höhere Berge wurden von innen abgestützt. Felsstücke und/oder größere Felsplattenteile aus Struktur-Hartschaum wurden eingespachtelt. Felsstücke und Felsplatten kann man perfektionieren, indem man mit Acrylsprays arbeitet und anschließend graniert. Nach der Grundbegrasung trat der Gras-Master in Aktion. Jede Menge Grasfasern in natürlichen Farben und Längen stehen zur Verfügung. Wir haben zuerst flächig beige Fasern aufgebracht und dann partiell hellgrüne Fasern eingestreut. Bei meiner Anlage waren es vor allem Bahndämme, Bergwiesen und Flussufer, die so gestaltet wurden. Farblich dazu abgestimmte Flockage, Grasbüschel und Flor wurden zuletzt aufgeklebt. Dann pflanzten wir – möglichst in Gruppen – Bäume und Büsche, im wesentlichen selbst gemacht: Aus Seeschaum mit Haftfix- Kleber eingesprüht, mit verschiedenfarbigem Flockage-Material bestäubt und nach dem Trocknen mit Fixierspray übersprüht. Die besten Ergebnisse erzielten wir mit nicht allzu unterschiedlichen Grüntönen. Auch Nadelbäume wurden teilweise einer derartigen Nachbehandlung unterzogen. Zwei Gewässer durchfließen unsere Modellbahnlandschaft, ein mittelbreiter Fluß und ein Wildbach. Die Flussbette wurden mit Felsspachtel ausgeformt und zur Abdichtung mehrmals mit Graskleber eingestrichen. Eine weitere dünne Spachtelschicht wurde darüber gezogen und nach dem Abtrocknen farblich behandelt (Erdbraun, erdfarbene Untergrundfarbe, nass in nass). Dann wurden Geröll und größere Steine - besonders in den Uferbereichen - eingeklebt und so auch Sandbänke gestaltet. Grundsätzlich: Geröll und Steine, gleich welcher Größe und Art, haben wir mit verdünnter Erdfarbe eingenässt und anschließend graniert. Im Fluss tummeln sich auch Fische - Wie? Wir haben Kümmel ins Bachbett geklebt und in Fließrichtung ausgerichtet. Mit Modellwasser wurde der Fluss ausgegossen. Mit Wassereffekten wurden Strömungen, Gischt und Wellen dargestellt. Beim Wildbach mit Stauwehren und bis zu 5 cm hohen Wasserfällen wurden Water-Drops transparent - leicht grün eingefärbt - verwendet. Auf das Ergebnis - außer dass Mutti einen Topf eingebüßt hat - sind wir besonders stolz. Anlagenhintergrund: Wir sind im oberösterreichischen Salzkammergut zu Hause. Ein befreundeter Fotograf hatte dazu Panoramabilder aus Luftaufnahmen. Diese, zusammengestellt und auf einer dünnen Sperrholzplatte mit Rundung ums Eck aufkaschiert, zauberten Berge und See aus meiner unmittelbaren Heimat ins Eisenbahnzimmer. Die Fotomontage des Hintergrundpanoramas ist etwa 4 m lang und 50 cm hoch. Beim Bau einer Modellbahnanlage – dies scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein – gibt es immer wieder einen „worst case“. So auch bei uns: Mimi, die Hauskatze, verbrachte, verbotener Weise und von uns unbeachtet, eine Nacht im Eisenbahnraum. Als ich am Morgen das Zimmer betrat, dachte ich, mich trifft der Schlag: Markensignale erwiesen sich als nicht bissfest, desgleichen auch Lampen, Bahnhofsvorstand und Reisende. Bäume und Büsche sahen aus, wie wenn Sturm „Paula“ darüber hinweg gefegt wäre, und der schöne klare Fluss führte Hochwasser, denn Mimi „musste mal“. Zwei Monate dauerte die Neugestaltung des betroffenen Anlagenteiles, aber wir haben daraus etwas gelernt: Man kann ohne weiteres Landschaften mehrmals gestalten, sie werden schöner und authentischer. Ja, ja, ich weiß: Mimi erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit. Ins Eisenbahnzimmer darf sie jedoch nicht mehr hinein, da passen wir seitdem gut auf. Kein österreichischer Modelleisenbahner kommt ohne Schmalspurstrecke aus, haben wir doch hierzulande eine ganze Reihe liebenswerter Vorbilder. So bauen wir derzeit - ausgehend vom Bahnhof - eine H0e-Nebenbahn. Die Flexgleise liegen bereits in einer Styroplast-Gleisbettung und winden sich, auf Trassenbrettchen aufgeklebt, im Bereich des Anlagenhintergrundes über Brücken, Viadukte und durch mehrere Tunnel durch die Landschaft. Endstation ist ein Betriebsbahnhof! Stützmauern und Tunnelportale sind befestigt und warten nun auf die Berg- und Hügelgestaltung. Burgen thronen bereits auf fertig gestellten, begrünten Felsen, darunter werden in Weingärten Trauben reifen. Abschließend zu Hartschaum-Mauern und Tunnelportalen: Sie wurden mit verdünnter Mauerfarbe gestrichen, anschließend mit Alterungspuder (Rotbraun, partiell Grün und Dunkelgrau) nachbearbeitet. Zur Zeit haben wir beim Anlagenbau eine „kreative Pause“ eingelegt, aber der Winter ist nicht mehr fern, dann geht’s wieder weiter. Es gibt nichts Gemütlicheres, als im warmen Zimmer an der Erfüllung unserer Modellbahnträume zu arbeiten, während draußen der Schnee fällt.

Projekt erbaut mit folgendem Material/Baubeschreibung

Anlage in Rahmenbauweise; Gleismaterial: Märklin C; Steuerung: Digital - Intellibox, IB-Control, 2 Daisy Handregler; Signale und Beleuchtung: Viessmann; Triebfahrzeuge und Wagenmaterial HO: Märklin und Roco - alle Lokomotiven mit ESO-Sound ausgestattet; HOe-Schmalspur: Weichen und Gleismaterial Bemo; Gleisbettung Styroplast; Triebfahrzeuge und Wagematerial: Bemo, Lilliput, Halling, Stängl; Landschaft: NOCH; Bäume, Büsche, Sträucher: NOCH, HEKI, FALLER;
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